Lösung: Juni 2003 |
Das folgende Bild zeigt den Befund nochmals mit dem hochauflösenden Linear-Schallkopf: Jetzt erkennt man, das es sich in der Tat um eine Darmschlinge mit echoarm verdickter Wand und etwas Flüssigkeit im Lumen handelt.

Eine so starke Wandverdickung (9mm) wäre ungewöhnlich für eine Appendizitis. Die Auflösung ergibt der Querschnitt nach Drehen des Schallkopfes über der Läsion um 90°:

Es handelt sich somit nicht um die pathologische Appendixkokarde, sondern um das langstreckig echoarm verdickte terminale Ileum. Die Schichtung ist verwaschen, im Cökum am linken Bildrand erkennen Sie typische Artefakte durch Darmluft. Im Powerdoppler ist der auffällige Darmabschnitt stark durchblutet:

Bei dem Befund handelt es sich um das typische Bild eines floriden M. Crohn. In diesem Fall um die Erstmanifestation der Erkrankung; auf nochmalige Nachfrage, wurden auch bereits seit 6 Wochen bestehende breiige Stühle angegeben. Endoskopisch zeigte sich ein völlig unauffälliges Colon bei ausgeprägt entzündlichen Veränderungen im terminalen Ileum:

Der Fall ist ein weiteres Beispiel, dass auch bei eindeutiger klinischer Diagnose einer Appendizitis in jedem Fall präoperativ eine Ultraschall-Untersuchung erfolgen sollte. In diesem Fall konnte dem Patienten eine Operation erspart bleiben, was gerade bei Crohn-Patienten ein großer Vorteil ist. Abschließend die Panorama-Sonographie des quer durch den Unterbauch ziehenden Ileums mit
echoarmer Wandverdickung
verwaschener Schichtung und
echoreicher Umgebungsreaktion des Fettgewebes:

Haben Sie Anmerkungen, Fragen, Verbesserungsvorschläge zu den
Kasuistiken...
... oder Sie selbst vielleicht einen interessanten Fall, dann schicken Sie
mir doch eine
E-Mail !
![]()
|
Sonographie-Website der Sektion Innere Medizin der DEGUM |