Lösung:  Januar 2004

Zunächst zeige ich Ihnen den endoskopischen Befund des term. Ileums (breitbasiger Polyp, gerade noch erreichbar):

Histologisch ergaben die Biopsien erneut einen Carcinoidtumor. Der Polyp läßt sich auch sonographisch als 12mm großer, sehr echoarmer Tumor des term. Ileums nachweisen. Der vorgeschaltete Dünndarm (rechts im Bild) ist nicht dilatiert, somit besteht keine Stenose.

Unten der gleiche Befund im Querschnitt: Hier erkennt man, dass die echoreiche Submukosa an einer Stelle unterbrochen ist, der Tumor also bis in die äußersten Schichten des Dünndarms reicht.

Im Farbdoppler ist der Polyp kräftig durchblutet, ein Befund der typisch ist für maligne Carcinoidtumore und deren Metastasen:

Beim leichten Drehen des Schallkopfs zeigte sich außerdem ein LK von 8mm im Ileo-cökal-Winkel (Pfeil). Auch dieser war im Farbdoppler sehr stark durchblutet, sodass von einer Metastase des Carcinoids ausgegangen werden mußte (im später durchgeführten CT war  übrigens kein LK nachweisbar):

Aufgrund der Tumorinfiltration bis in die äußeren Darmwandschichten und der nachweisbaren LK-Metastase wurde die Indikation zur operativen Resektion gestellt. Histologisch bestätigte sich ein niedrig-malignes neuroendokrines Carcinom (=maligner Carcinoidtumor) mit Tiefeninfiltration bis in die äußere Schicht der Muscularis propria und 5 kleinen lokalen LK-Metastasen (UICC-Klassifikation analog zum Dünndarmcarcinom pT2 pN1 pV1 pL0).

Die Kasuistik zeigt, dass bei sorgfältiger Untersuchung mit einem hochauflösenden Linearschallkopf oft auch kleine Dünndarmtumore sonographisch nachweisbar sind. Ist eine Minisonden-Sonographie nicht verfügbar, so kann die transcutane Sonographie zum Staging nützlich sein und wie hier winzige parailiacale Metastasen nachweisen. In der Beurteilung der Wandschichtung ist die Sonographie dem CT weit überlegen.

Eine lesenswerte Übersicht zu den neuroendokrinen Tumoren des Magen-Darm-Trakts (GEP-NET, früher Karzinoide) erschien kürzlich im Deutschen Ärzteblatt 2003: A1932-1942 (pdf).

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Aktualisiert am 24. January 2004 .   Verantwortlich für den Inhalt: Dr. K. Dirks