Lösung:  Juni 2004

Die Milz ist vergrößert (16cm) mit einem echoarmen Rundherd von 7cm am cranialen Milzpol:

Bei leichter Drehung des Schallkopfes handelt es sich um 2 benachbarte Läsionen:

Auf nochmalige Nachfrage gibt der Patient nun an, dass vor 5 Jahren ein Melanom entfernt wurde. Im Farbdoppler sind die Läsionen kräftig vaskularisiert, es handelt sich hier um Metastasen eines malignen Melanoms. Die starke Vaskularisation ist typisch für Melanommetastasen, auch z.B. in der Leber oder in Lymphknoten. In unserem Fall fanden sich zusätzlich kleine axilläre LK-Metastasen und eine interkostale Weichteilmetastase. Die linksseitigen Schulterschmerzen sind als "Kehr´sches Zeichen" bei Erkrankungen der Milz erklärbar.

Die starke Vaskularisation ist typisch für Melanommetastasen, auch z.B. in der Leber oder in Lymphknoten. In unserem Fall fanden sich zusätzlich kleine axilläre LK-Metastasen und eine interkostale Weichteilmetastase. Die linksseitigen Schulterschmerzen sind als "Kehr´sches Zeichen" bei Erkrankungen der Milz erklärbar.

Milzmetastasen sind gar nicht so selten (0,6% der Autopsien), meist aber bei weit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen. Im Unterschied zu Lebermetastasen haben Sie sonographisch seltener einen Halo. Die wichtigste Differentialdiagnose ist sicherlich das Lymphom, speziell der fokale Befall durch hochmaligne NHL. Im der Kasuistik Mai 2002 habe ich Ihnen einen derartigen Lymphombefall vorgestellt:

Weitere Differentialdiagnose ist der Milzinfarkt, der jedoch keine raumfordernde Wirkung und keine Durchblutung im Farbdoppler aufweist. Hier ein 2 Wochen alter, bereits gut demarkierter Milzinfarkt (echoarm):

Eine andere Differentialdiagnose zur Milz werde ich Ihnen in einer sehr interessanten Kasuistik im Oktober vorstellen ...

Haben Sie Anmerkungen, Fragen, Verbesserungsvorschläge zu den Kasuistiken...
... oder Sie selbst vielleicht  einen interessanten Fall, dann schicken Sie mir doch eine E-Mail !

Home Nach oben

Sonographie-Website der Sektion Innere Medizin der DEGUM
  Verantwortlich für den Inhalt: Dr. K. Dirks