Lösung: Juli 2004 |
Der Querschnitt zeigt einen 8x 7cm großen Tumor vor der Milzvene, der nach ventral bis zur Bauchdecke reicht:

Für ein Pancreascarcinom dieser Größe wäre der gute Allgemeinzustand und das Fehlen von Metastasen ungewöhnlich. Zusätzlich wurde deshalb der Farbdoppler eingeschaltet:

Dabei zeigte sich der Tumor durchaus gut vaskularisiert, auch dies ein für Pancreas-Carciniome untypischer Befund. Handelt es sich doch um einen anderen Tumor, z.B. vom Magen ausgehend? (Hier zeigen z.B. GIST meist eine kräftige Tumorvaskularisation). Deshalb hier ein Schrägschnitt mit dem benachbarten Magen:

Bei leerem Magen scheint ein GIST durchaus möglich. Nach Flüssigkeitsfüllung imprimiert der Tumor den Magen von dorsal, die 3-schichtige Magenwand ist intakt:

Es handelt sich somit um einen extragastralen Tumor, aufgrund der Progredienz bestand die Indikation zur Op.. Bei der Pancreaslinksresektion erwies sich der Tumor als seröses (mikrozystisches) Pancreas-Adenom. Diese benignen Tumore machen 1% der Pancreastumore aus, meist handelt es sich um den mikrozystischen Subtyp wie bei unserer Patientin (Makropräparat freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Prof. Stolte):

Sie erkenne gut die typische zentrale Narbe, die sich auch in der Sonographie erahnen läßt. Die winzigen schwammartigen Zystchen werden vom Ultraschall nicht aufgelöst, der Tumor erscheint daher überwiegend solide.
Ein interessanter Artikel zur Differenzierung von zystischen Pancreastumoren wurde aktuell von S. Rickes und W. Wermke im Journal of Gastroenterology & Hepatology (7/2004) publiziert und ist über Medscape frei zugänglich. Auch mit Kontrastmittel konnten die Autoren die Hypervaskularisation solider Anteile von Zystadenomen nachwiesen, im Gegensatz zu den nur sehr schwach oder nicht nachweisbar vaskularisierten Carcinomen.
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