Lösung: August 2004 |
Der intercostale Flankenschnitt links zeigt medial der Milz, unmittelbar an der Milzarterie eine knapp 3cm große Raumforderung:

Der Befund war bei der Erstuntersuchung übersehen worden. Bei der gezielten Kontrolle wegen eines erhöhten CA19/9-Wertes erfolgte nun auch die Untersuchung des Pancreasschwanzes von translienal. Das B-Bild (s.u.) zeigt einen etwas echoärmeren Tumor mit irregulärer Begrenzung distal am Pancreas (P):

Es bestand damit der dringende V.a. auf ein Pancreascarcinom! Differentialdiagnostisch kommt eine Nebenmilz in Frage, die meist auch am Milzhilus lokalisiert ist. Das folgende Bild demonstriert (bei einem anderen Patienten) eine glatt begrenzte, kugelrunde Nebenmilz: Beachten Sie die "Zystenrand"-Artefakte der Nebenmilz als Hinweis für eine benigne Veränderung und vergleichen Sie mit der irregulären Form und Oberfläche des Pancreastumors!

Weitere Differentialdiagnose sind Lymphknoten am Milzhilus, hier bei einem Patienten mit CLL:

Der Verdacht auf ein Pancreascarcinom bestätigte sich bei der Kontrastmitteluntersuchung (Sonovue); hierbei ließen sich in der Läsion keine Gefäße nachweisen, wie dies sowohl in einer Nebenmilz, im Lymphknoten oder in einem neuroendokrinen Tumor zu erwarten gewesen wäre. Die Patientin wurde deshalb nach Abheilung des Ulcus operiert (Pancreaslinksresektion und Splenektomie). Leider bestätigte sich ein Pancreacarcinom, histologisch bereits ein pT3-Tumor.
Der Fall zeigt die besonderen Schwierigkeiten der kompletten Untersuchung des Pancreas: Trotz guter Sicht war der ganz distal gelegene Tumor bei der Erstuntersuchung von ventral nicht erkennbar. Die translienale Untersuchung des Pancreasschwanzes bildet hier eine ideale Ergänzung. Auch bei der akuten Pancreatitis ist sie oft hilfreich, da hier kaum Probleme durch Luftüberlagerung auftreten.
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