Lösung: September 2004 |
Es zeigen sich zwei echoarme, wandverdickte Darmabschnitte. Der dorsal gelegene imponiert auf den ersten Blick wie eine pathologische Appendixkokarde (markiert zw. Kreuzen 12mm Durchmesser):

Bei Rotation des Schallkopfes bestätigt sich diese Vermutung, es findet sich die blind endende Appendixkokarde (A). Bei einer Wandverdickung auf 10-12mm entspricht der Befund einer Appendizitis:

Auffällig ist aber das langstreckig wandverdickte terminale Ileum (IL) ventral der Appendix! Auf Nachfrage gibt der Patient an, schon länger unter leichten Durchfällen und wiederholten Unterbauchschmerzen zu leiden.
Damit ergibt sich der dringende Verdacht auf einen M. Crohn des term. Ileums mit sog. Crohn-Appendizitis. Unter engmaschiger chirurgischer Kontrolle wurde eine konservative Therapie eingeleitet. Später wurde die Erstdiagnose eines M. Crohn auch bioptisch bestätigt, das term. Ileum war endoskopisch nicht intubierbar. Der Farbdoppler zeigt die entzündlich verstärkte Durchblutung sowohl des Ileum, wie auch der Appendix:

Die Diagnostik der Appendizitis ist heute sonographisch meist sehr exakt möglich. Es ist aber mit 3-5% "falsch" positiven Befunden zu rechnen. Am häufigsten ist die Verwechselung mit dem Ileum, die durch sorgfältige Untersuchung meist vermieden werden kann. Bei schweren abdom. Infektionen kommt es gelegentlich zu einer Begleit-Appendizitis, so bei bei Yersinien-Enteritis aber auch wie hier beim M. Crohn. In enger Absprache mit dem Chirurgen ist hier gelegentlich eine konservative Therapie möglich, von der gerade Crohnpatienten oft profitieren.
Die letzte Abbildung zeigt zum Vergleich eine gewöhnliche akute Appendizitis, mit dem ventral der Appendix kreuzenden Ileum, das hier völlig unauffällig erscheint und auf Druck leicht imprimiert wird:

Zum M. Crohn des term. Ileums sei auch auf sie
Kasuistik vom Juni 2003 verwiesen!

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