Lösung: Oktober 2004 |
In der Tat besteht eine tiefe Venenthrombose, die V. femoralis communis (VFC) wie auch die großen Oberschenkelvenen fanden sich langstreckig mit echogenem Material gefüllt und nicht komprimierbar:

Am proximalen Ende der Thrombose ist das Gefäßlumen auf 3,5cm Länge eigenartig aufgetrieben. Umgebende Lymphknoten oder ein im NMR vermuteter perivaskulärer Tumor sind nicht nachzuweisen. Der Farbdoppler verdeutlicht nochmals die fehlenden Flußsignale im thrombosierten Abschnitt; außerdem kommt es zu einer Verdrängung der benachbarten A. femoralis:

Die PRF des Farbdopplers wird gesenkt um besser niedrige Flußgeschwindigkeiten zu erfassen und man erkennt nun in den vermeintlichen "Thrombus" einsprossende feine Gefäße:

Arterielle Gefäße sind für einen frischen Thrombus nicht typisch! Es handelt es sich somit um einen Tumor, der offensichtlich vom Gefäß selbst ausgeht und zu einem kompletten Verschluß sowie zur Thrombose der Femoralvene geführt hat.
Die Diagnose wurde operativ so bestätigt, die gefäßchirurgische Resektion und Rekonstruktion ergab ein neurogenes Sarkom des Malignitätsgrades G1-G2. Die Kasuistik zeigt die sehr hohe Detailauflösung der Weichteilsonographie mit dem Nachweis von winzigen Tumorgefäßen, die anderen bildgebenden Verfahren überlegen ist.
Haben Sie Anmerkungen, Fragen, Verbesserungsvorschläge zu den
Kasuistiken...
... oder Sie selbst vielleicht einen interessanten Fall, dann schicken Sie
mir doch eine E-Mail !
![]()
|
Sonographie-Website der Sektion Innere Medizin der DEGUM |